Jeder Musikverein pflegt Tradition – und möchte trotzdem am Puls der Zeit leben. Wie wir angefangen, was wir erlebt haben und was uns geprägt hat, unsere Chronik beschreibt wie wir zu dem geworden sind, was wir heute sind.

1914 - 1918 Turbulente Zeiten

Der 1. Weltkrieg machte auch vor den Musikern des Musikvereins nicht halt. Durch Otto Brunsbach initiiert konnte erst 1918 über den Fortbestand des Vereins abgestimmt werden. Zwischenzeitlich war Wilhelm Harzheim als Dirigent zurückgetreten und Heinrich Oster übernahm.

1928 Konkurrenz belebt das Geschäft

Mit 14 jungen Musikern gründete Ernst Kemper in unmittelbarer Nachbarschaft den Musikverein „Waldeslust Oberholl“. Schon 1931 schlossen sich beide Vereine zusammen, da beide Vereine auf Dauer keinen Bestand gehabt hätten. Otto Brunsbach wurde neuer Dirigent; die letzten beiden Lebenden dieser Fusion sind die Ehrenmitglieder Josef Börsch und Erich Schürenkrämer.

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1939 – 1945 Unterbrechung musikalischer Aktivitäten

Der Ausbruch des 2. Weltkriegs bereitete dem Musikverein eine zwangsläufige Unterbrechung. Sieben Musiker ließen ihr Leben, einer blieb vermisst. Der Neuanfang gestaltete sich schwierig, nur wenige Instrumente hatten den Krieg überstanden und sämtliche Feste waren vorübergehend verboten.

1962 Wiederaufbau und Jubiläum

Über die Jahre konnte so einiges wieder aufgebaut werden. Die Anzahl aktiver Mitglieder stieg und durch Zuwendungen und Auftrittseinnahmen konnten alte Instrumente wieder repariert werden. Nun fing man auch an wöchentlich (freitags – wie heute noch!) zu proben.

Im Jahre 1962 konnte der Musikverein Dohrgaul-Agathaberg auf eine 50-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken und wollte dies in kleiner Runde im Vereinslokal Bosbach in Dohrgaul feiern. Der Saal konnte die zahlreichen Besucher jedoch nicht alle fassen. Als Höhepunkt dirigierte zum Schluss des Konzerts Professor Franz Willi Neugebauer, Berufsmusiker aus Köln und damaliger Dirigent des Musikvereins Wipperfürth.

1963 Musikwettbewerb

Ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte – der Musikverein konnte beim Wertungsspiel des 1. Landesmusikfests mit 99 Punkten den 2. Platz erreichen. Der Dirigent und Mitbegründer des Vereins Otto Brunsbach legte 1964 im Alter von 70 Jahren sein Amt nieder und übergab an Alfred Thiel.

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1965 Änderung des Vereinsnamens

Anlässlich der Generalversammlung wurde von den Mitgliedern die Änderung des Vereinsnamens in „Musikverein Dohrgaul“ beschlossen. Durch unermüdlichen Einsatz konnte der neue Dirigent erreichen, dass der Musikverein zu weiteren Auftritten verpflichtet wurde, zum Beispiel zum ersten Mal als Hauptkapelle beim Schützenfest in Agathaberg. Mit der Teilnahme am Rosenmontagszug in Engelskirchen spielten die Musiker ihre erste offizielle Gage in die Vereinskasse. Darüber konnte der erste Vereinsausflug an den Rhein finanziert werden.

1967 – 1977 Vergrößerung des Einzugsgebiets

Das Interesse junger Leute an der Musik stieg, der Verein wuchs. 1968 wurde das alljährliche Konzert erstmalig auf den Ostersonntag gelegt. 1969 konnte der Musikverein mit einem 1. Rang in der Mittelstufe beim Wertungsspiel in Burscheid punkten und über die Grenzen hinaus bekannt werden. 1970 wurde unser heutiger Ehrenvorsitzender Josef Bremerich zum 1. Vorsitzenden gewählt.

Die Arbeit des Berufsmusikers Fred Stöneberg als Dirigent machte sich recht bald bemerkbar, was auch in der Beurteilung der Leistung durch Außenstehende und Presse bestätigt wurde. In dieser Zeit begann man auch mit einer gezielten Nachwuchsarbeit. Der Musikverein wurde 1977 Hauptkapelle für das Schützen- und Heimatfest in Remscheid. Nach Fred Stöneberg übernahm 1978 Hans Marienfeld das Dirigat.

1987 Feier zum 75-jährigen Bestehen

Am 3. Maiwochenende im Jahr 1987 wurde das 75-jährige Vereinsbestehen im großen Rahmen gefeiert. Ein Jahr später wurde der Musikverein Hauptkapelle des Schützenfests in Solingen Unterburg.

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1991 Großer Auftritt in Remscheid

Ein besonderes Erlebnis war 1991 die musikalische Gestaltung des Schützen- und Heimatfestes anlässlich des 175. Vereinsjubiläums des Remscheider Schützenvereins von 1816 Korp. und des gleichzeitig ausgeführten Bundesschützenfestes des Bergischen Schützenbundes.

Die Remscheider Presse berichtete dazu: „Besondere Erwähnung verdient die exzellente gesangliche und musikalische Ausgestaltung der Bundesfeierstunde im Remscheider Musentempel. Sowohl der Remscheider Männerchor „Germania“ unter dem Dirigat des Kölner Hochschuldozenten, Professor Hermannjosef Rübben, als auch der Musikverein Dohrgaul, unter der Stabführung von Hans Marienfeld, waren an diesem Tage zum wiederholten Male überzeugende Botschafter unserer Region der singenden und klingenden Berge“.

1993 Umzug in ein neues Vereinsheim

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge packte der Musikverein nach vielen Jahren die Koffer und zog zurück in das heimatliche Vereinslokal Dorfschänke Agathaberg.

Der Verein vor dem alten Vereinslokal (1990)
Der Verein vor dem alten Vereinslokal (1990)

1996 Neuer Dirigent Lothar Vandenherz

Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung wurde die Änderung des Vereinsnamens in „Musikverein Dohrgaul 1912 e.V.“ beschlossen. Im gleichen Jahr wurde die erste CD aufgenommen und unser heutiger Dirigent Lothar Vandenherz konnte als Nachfolger von Hans Marienfeld gewonnen werden.

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1999 Gründung des Jugendorchesters

1999 wurde das noch heute bestehende Jugendorchester des Musikvereins gegründet, welches unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Friedhelm Scherkenbach die Probenarbeit aufnahm. Damals wie heute soll es jungen Musikern den Einstieg in das Hauptorchester erleichtern.

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2000 Erstes Probenwochenende

Im Jahr 2000 wurde im Schloss Gimborn erstmalig in der Vereinsgeschichte ein gemeinsames Probenwochenende durchgeführt.

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2002 Großes Jubiläum und Resumée

Mit dem 90-jährigen Vereinsjubiläum kann der Musikverein auf eine turbulente Geschichte zurückblicken, in der viel gesellschaftlich geleistet und bewegt wurde: Neben den zur Zeit 47 aktiven Orchestermitgliedern, von welchen 26 Mitglieder noch im Alter bis einschließlich 18 Jahre sind, werden weitere 8 Kinder musikalisch ausgebildet.

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2007 Vorstandswechsel und Sponsorenlauf

Im Jahr 2007 trat der bisherige 1.Vorsitzende Friedhelm Scherkenbach auf eigenen Wunsch nach 22 jähriger Tätigkeit im Geschäftsführenden Vorstand zurück und Claudia Nassenstein wurde einstimmig zur Nachfolgerin gewählt. Im gleichen Jahr startete der Musikverein seine erste Spendenaktion. Im Rahmen eines Sponsorenlaufs konnte für den ehemaligen Trompeter Dennis, der nach einem tragischen Unfall 2005 im Wachkoma liegt, ein spezieller Rollstuhl finanziert werden.

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2008 Unsere Sommerpause für den Fußball

Ende August 2008 lud die Schützenkapelle Kreuzberg alle Musikvereine, Spielmannszüge und Schützenkapellen Wipperfürths zum Fußballturnier nach Kreuzberg ein. In der Sommerpause nahmen wir motiviert das Training auf und konnten die Siege in der Jugend- und Erwachsenklasse sichern. Das Turnier gab den ersten Anstoß ab nun regelmäßig sportliche und musikalische Begegnungen unter den Vereinen Wipperfürths auszutragen.

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2009 Aufbau neuer Freundschaften: Höpfingen

Über musikalische Kontakte nach Baden-Württemberg ergab sich für uns eine freundschaftliche Begegnung mit der Trachtenkapelle Höpfingen. 2009 wurde so der alljährliche Wandertag durch eine Reise nach Odenwald ersetzt: Wir besuchten die Trachtenkapelle Höpfingen und nahmen musikalisch am Festumzug und dem traditionellen Quetschefest teil.

2011 Guinness World Record

Als Vorbote zum 100-jährigen Jubiläum nahmen wir schon 2011 motiviert das Training für den geplanten Guinness Rekord auf: Musik-Marsch-Marathon, 42 Kilometer mit Blasmusik marschieren. Die ersten Testläufe wurden im Frühling gemacht, das regelmäßige Lauf- und Krafttraining dann Ende des Jahres begonnen. Gleichzeitig stieg der Vorstand in die Vorbereitung des Jubiläums ein.

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2013 Sportlerehrung

Am 30. November 2013 fand die Sportlerehrung in Wipperfürth für das vergangene Jahr statt. Es wurden herausragende sportliche Leistungen in verschiedenen Sportarten mit Bronze, Silber und Gold gewürdigt.

Für die Ehrung des Musik-Marsch-Marathons hatten sich die Veranstalter etwas Besonderes einfallen lassen: Landtagsabgeordneter Peter Biesenbach, der uns auch beim Marathon begleitet hatte, hielt während eines halbstündigen Films über den Marathon eine Laudatio und erinnerte an viele Details, die schon fast in Vergessenheit geraten waren. Im Anschluss durfte sich jeder Marathon-Teilnehmer über die Auszeichnung mit goldener Medaille freuen.

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2015 Juxturnier in Agathaberg

Im August 2015 luden wir die befreundeten Musikvereine Wipperfürths zum großen Juxturnier auf das Kleinspielfeld Agathaberg ein. In Gruppenspielen und im Fußball boten sich alle einen freundschaftlichen Kampf, aus dem am frühen Abend ein Sieger hervorging: Die Schützenkapelle Wipperfeld.

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2016 Festival 'Klänge des Bergischen'

Am ersten Juniwochenende 2016 wurde im kleinen Dorf Agathaberg das Blasmusikfestival „Klänge des Bergischen“ ausgetragen. Ein vierköpfiges Team aus dem Musikverein plante und organisierte über ein Jahr lang ein Jugendcamp für über 200 musikbegeisterte Kinder und Jugendliche aus den umliegenden Dörfern.

Klänge des Bergischen

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2018 Wandertag 'Highland Games'

Im August 2018 wurde nach einigen ruhigen Jahren der traditionelle Wandertag wieder ins Leben gerufen. Aufgeteilt in schottischen Clans traten die Musiker und Partner/Familien im Baumstammwerfen, Bogenschießen und Tauziehen gegeneinander an.

2019 Konzertreise nach Liège

Am 3. Oktoberwochenende fuhren wir mit dem Reisebus ins belgische Liège (Lüttich) und verbrachten ein abwechslungsreiches Wochenende in einem Selbstversorgerhaus. Neben Proben und Tagesausflügen, z.B. in die belgische Blegny-Mine spielten wir auch mit unseren belgischen Freunden von Salvia Heers und weiteren Orchestern ein gemeinsames Herbstkonzert.Der Musikverein Dohrgaul im Konzertsaal in Liège

2019 Adventskonzert in der geschlossenen JVA Lüttringhausen

In der Adventszeit 2019 durften wir auf Einladung von Landesjustizminister Peter Biesenbach ein ganz besonderes Konzert spielen: ein Adventskonzert in der geschlossenen Justizvollzugsanstalt Lüttringhausen. In der Kappelle des Gefängnisses gaben wir moderne Stücke und einige klassische Weihnachtslieder zur Einstimmung auf die anstehende Weihnachtszeit zum Besten. Der kräftige Applaus und die kleinen Gastgeschenke am Ende zeigte uns: Wir waren sehr willkommen!

Der Musikverein in der Kapelle der JVA Remscheid

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